Andreas Rickert
Mut zur Grauzone
11.01.2026 49 min
Zusammenfassung & Show Notes
In einer Welt, die oft in harten Kontrasten und Schwarz-Weiß-Denken verharrt, lädt uns Dr. Andreas Rickert in dieser Folge dazu ein, die Grautöne des Lebens und der Arbeit bewusst zu umarmen. Als Social Entrepreneur und Molekularbiologe verbindet er in seiner Arbeit wissenschaftliche Akribie mit dem festen Willen, gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Dabei betont er immer wieder, wie unverzichtbar Optimismus und echte Zusammenarbeit sind, um eine bessere Welt zu schaffen.
Rickerts Weg war alles andere als geradlinig. Ursprünglich in der Ökologie beheimatet, gründete er aus Leidenschaft für den Umweltschutz schon früh eine Naturschutzorganisation in seiner Heimat, dem Sauerland. Doch die Neugier auf die Gentechnik führte ihn schließlich zur Molekularbiologie – ein Schritt, der ihm die Augen für die Komplexität der Wissenschaft und ihre tiefgreifenden Auswirkungen auf die Gesellschaft öffnete. Er beschreibt sich selbst als unerschütterlichen Optimisten, der zwar die Rolle des Glücks in seinem Werdegang anerkennt, aber überzeugt ist, dass erst die Entschlossenheit zur Problemlösung den wahren Fortschritt bringt.
Seine Reise führte ihn über renommierte Stationen wie Stanford und das Max-Planck-Institut bis hin zu einem unerwarteten Wechsel in die Unternehmensberatung bei McKinsey. Diese Zeit erweiterte seine Perspektive massiv und gab ihm ein vielfältiges strategisches Rüstzeug an die Hand, um gesellschaftliche Probleme strukturiert anzugehen. Doch der Transfer dieser Denkweise in den sozialen Sektor verlief nicht ohne Reibung. Rickert berichtet offen von der Skepsis und den Widerständen, die ihm begegneten, als er innovative Ideen in etablierte Strukturen einbrachte. Diese Erfahrungen lehrten ihn, dass erfolgreiche Zusammenarbeit vor allem klare Kommunikation und eine gemeinsame Ausrichtung erfordert.
Heute verfolgt Dr. Rickert die Vision einer Zukunft, in der soziale Wirkung – der sogenannte Impact – Vorrang vor Profit hat. Er fordert einen Paradigmenwechsel im gemeinnützigen Sektor: Der Fokus muss sich von den bloßen Inputs hin zu den tatsächlichen Ergebnissen des Handelns verschieben. Mit seiner Arbeit bei der PHINEO gAG setzt er genau diesen Ansatz in die Praxis um und zeigt, wie sich durch strategische Wirkungsmessung eine nachhaltige und inklusive Welt gestalten lässt.
Dr. Andreas Rickerts Geschichte verdeutlicht eindrucksvoll die Kraft, die darin liegt, Komplexität anzunehmen und nicht vor schwierigen Fragen zurückzuschrecken. Seine Einsichten sind eine Erinnerung daran, dass der Weg zu innovativen Lösungen oft durch die unklaren Grauzonen führt – und dass wir mit Optimismus und dem Fokus auf echte Wirkung eine hellere Zukunft gestalten können.
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