Ruth Habermehl
Kollektive Intelligenz und das Ende der sozialen Isolation
03.03.2026 70 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Episode spricht Thomas Schindler mit der Organisationspsychologin Ruth Habermehl über die tiefen psychologischen Strukturen unseres Zusammenlebens. Mit 70 Jahren blickt Ruth auf eine Karriere zurück, die von der Suche nach Antworten auf die großen Fragen der Menschheit geprägt war: Wie konnte der Nationalsozialismus entstehen und welche Rolle spielen Gruppenprozesse bei der individuellen Wahrnehmung? Sie erklärt anhand des Ash-Experiments, wie Individuen ihre eigene Wahrnehmung unter Gruppendruck verleugnen – ein Phänomen, das sie als „Wegrutschen“ bezeichnet.
Ruth plädiert für eine Rückkehr zum Modell des „Dorfes“, um der modernen sozialen Isolation entgegenzuwirken, und lebt dies selbst in einem generationenübergreifenden Familienverbund in Frankfurt. Ihre Vision einer „guten Welt“ basiert auf Gerechtigkeit, innerer Harmonie statt flüchtigem Glück und der aktiven Kultivierung von positiver Wahrnehmung. Beruflich engagiert sie sich bei den Psychologists for Future und arbeitet an einem Buch über das westliche Selbstbild. Ein zentraler Pfeiler ihrer Arbeit ist die Einführung kollektiver Entscheidungsprozesse nach den Prinzipien von Elinor Ostrom, um Organisationen fairer und partizipativer zu gestalten.
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